Pilzerkrankung Haut-, Nagel- oder Schleimhautpilz

Pilzerkrankung Haut-, Nagel- oder Schleimhautpilz

Bildquelle: www.gesundheits-magazin.net

Von der Art des Pilzes und der Örtlichkeit des Befalls – ob Zehen-, Nagel- oder Schleimhautbereich, stehen zwar verschiedene Methoden zur Auswahl. Jedoch macht es bei einem Pilzbefall in jedem einzelnen Fall Sinn, einen Hausarzt bzw. einen Facharzt für Hautkrankheiten (Dermatologen) zu besuchen.

Warum? Weil die Behandlung von Pilzerkrankungen sehr verschieden ist, vor allem ist die Erfahrung zur Methode der Medikamentenwahl des Facharztes sehr erwünscht, handelt es sich doch oftmals um sehr langwierige und mehrere Monate dauernde Behandlungen.

Eine lokale Behandlung erfolgt meist mit speziellen Salben, Lacken oder Lösungen (topische Antimykotika). Aber auch mit Medikamenten.

Diese Behandlungsmethode ist, außer in Kombination mit einer systemischen medikamentösen Behandlung, nur dann Erfolg versprechend, wenn lediglich ein kleiner Nagelanteil befallen ist.

Leider wird beobachtet, dass die wenigsten Betroffenen die Behandlung immer regelmäßig durchführten. Für einen Behandlungserfolg ist es jedoch essenziell, die Behandlungsvorgaben genau zu befolgen und nicht vorzeitig abzubrechen.

Eine Behandlung durch die Einnahme von Medikamenten (orale Antimykotika) kann auch mit einer lokalen Behandlung kombiniert werden.  Die Nebenwirkungen dieser Medikamente können vielfältig sein, auch deshalb ist es die Notwendigkeit, die medikamentöse Behandlung durch den Facharzt verschreiben und beobachten zu lassen.

Die Wirksamkeit der verschiedenen Therapiemethoden gegen Nagelpilz kann ebenfalls vom Facharzt besser eingeschätzt werden.  Das Nagelziehen, die traumatische Entfernung des Nagels, wird heute eher nicht mehr angewandt, da es dabei zu einer Schädigung des Nagelbettes kommen kann.

Meist werden die genannten Behandlungen in Kombination eingesetzt, das entsprechende Vorgehen richtet sich immer nach Art und Ausmaß des Pilzbefalls.

Die Behandlung von Nagelpilzen dauert üblicherweise sehr lange – beim Zehennagelbefall werden oft zwölf und mehr Monate benötigt. Der Therapieerfolg ist nicht sofort erkennbar, da der durch den Pilz geschädigte Nagelteil erst auswachsen muss, ehe der Nagel wieder gesund aussieht. War das Nagelbett betroffen, können Nagelveränderungen bestehen bleiben.

Begleitend und vor allem nach Abschluss der Behandlung sind entsprechende Maßnahmen zu treffen, um eine erneute Infektion zu vermeiden.   Schuhe sollten desinfiziert werden. Hierfür stehen desinfizierende Sprays zur Verfügung.   Socken und Strümpfe sollten bei mindestens 60 °C gewaschen werden, da 40 °C nicht ausreichen, um lebende Pilzelemente abzutöten. Am besten verwenden Sie zusätzlich einen pilzwirksamen Wäschespüler.

Welche Komplikationen können auftreten?

Der Nagelpilz kann sich auf andere Haut- und Nagelstellen ausbreiten. Zudem kann es zu einer zusätzlichen Infektion (Superinfektion) der vorgeschädigten Haut mit Bakterien kommen. Dadurch kann ein sogenannter Rotlauf (Erysipel) entstehen.

Was sollte man selbst tun?

Die wichtigste Maßnahme zur Vermeidung einer Pilzinfektion der Haut und der Nägel ist: trocken halten.  Straßenschuhe sollten zu Hause ausgezogen werden.   Das Material der Schuhe sollte Leder, Baumwolle oder Leinen sein.  Wenn möglich, sollte man für die Arbeit besonders luftdurchlässige Schuhe (Pantoffel) tragen.  Die Socken sollten täglich gewechselt werden.  Nach dem Duschen , Baden, Schwimmen sollten die Füße gut abgetrocknet werden, auch die Zehenzwischenräume.     
In Bädern und Fitnessclubs sollten Sandalen getragen werden. Keine Handtücher anderer Personen benützen.

Dieser Artikel ist ein Auszug von netdoktor.at
Autoren: Dr. med. Lisa Demel, Univ.-Prof. Dr. Gabriele Ginter-Hanselmayer. Medizinisches Review: Prim. Dr. Daniel Blagojevic. Redaktionelle Bearbeitung: Mag. (FH) Silvia Hecher, MSc, Philip Pfleger

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ÖRD Pressestelle / Stuprich A. administrator

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