Hundetraining mit positiver Bestärkung

Hundetraining mit positiver Bestärkung

Hundetraining mit positiver Bestärkung, oder gewaltfreies Hundetraining 1968 und heute

Es war im Jahr 1968 als ich als Kind meinen dritten Hund in meinem Leben bekommen habe. Der erste den ich mir von meinem ersparten Geld selbst gekauft habe. Einen Pudel namens Jupiter, kurz Jupi. Damals gab es fast keine Hundeschulen oder Bücher über Hundeerziehung. Es wäre bei uns in der Familie auch niemanden eingefallen wozu das gut sein soll, die Erziehung des Hundes war eine klare Sache. Es wurden Grenzen gesetzt (die Küche war tabu für Jupi) welche liebevoll aber sehr bestimmt und konsequent durchgesetzt wurden. Für besondere Leistungen gab es etwas das man heute als Leckerlie bezeichnet und 1968 noch “Belohnung” genannt wurde. Es gab noch wenig industrielles Hundefutter und Zubehör. Das Halsband und die Leine hat der Schuster in der Nachbarschaft angefertigt und gefüttert wurde er mit dem was so da war. Die Belohnung oder die Leckerlies waren, inzwischen steinharte, selbst gebackene Weihnachtskekse die übrig geblieben waren. Gassi gehen gab es nicht wir hatten einen Garten. 

Wenn, dann begleitete er uns bei unseren Sonntags Spaziergängen und war auch sonst überall dabei, bei allem was die Familie so machte.
Und wie war nun so das Leben mit Jupi? Ein Traum! Um 6 Uhr Früh bekam er von meiner Mutter den Auftrag mich zu wecken, er stürmte in den ersten Stock in mein Zimmer, zog mir die Bettdecke weg, sauste wieder hinunter um mit einem alten harten Weihnachtskeks belohnt zu werden. Er ging brav an der Leine, was es heisst bei Fuss zu gehen wusste keiner von uns, es genügte das er ohne zu ziehen neben uns ging. Er bellte keine Leute an, jagte keine Radfahrer (Jogger gab es noch nicht), und schlief in seinem Körbchen. Die Welt war damals so einfach klar und geregelt. Die Dinge aus welchen man heute eine Wissenschaft macht waren damals unbekannt und wurden dennoch erfolgreich eingesetzt.

MANN LEUTE DAS WAR VOR 50 JAHREN!!! Und heute? Ein halbes Jahrhundert später? Ist es nicht traurig das man heute noch Menschen erklären muss was gewaltfreies Hundetraining ist? Ist es nicht traurig das man heute noch immer darüber diskutiert das Dominanz, Alphawurf und Leinenruck nicht zur Hundeerziehung gehören? Hey Leute gehts noch? Das wussten wir vor 50 Jahren schon! Damals war das ganz einfach der gesunde Menschenverstand der uns sagte wie das läuft und die Hundeerziehung war genau deshalb kein Thema. Was man heute Hundetraining nennt waren damals lustige Spiele mit dem Hund an welchen Hund und Mensch FREUDE!!! hatten. Selbstverständlich konnte Jupi tolle Kunststücke wie z.B. “Peng” und umfallen, Männchen machen, Pfote geben und das absolute Highlight: er konnte eine Stehleiter hinaufklettern um sich seine Belohnung zu holen. Er war ein richtiger Kumpel auch für die Kinder aus der Nachbarschaft mit welchen wir oft und viel spielten. 
Er hatte einen großen Vorteil gegenüber Hunden von heute: wir hatten viel Zeit für Ihn, den Fernsehen gab es erst am Abend, tagsüber war Testbild. Es gab weder Computer, Handys noch Videospiele. Aber es gab Jupi, und jeden Tag neue Abenteuer zu erleben und neue Spiele zu erfinden. Er hat in seinem Leben kaum ein böses Wort gehört. Nein, aus und pfui brauchten wir nicht, ein etwas lauteres “hey” genügte. Aber was er oft hörte war: lieber Hund, komm du kannst das, Super und was heute keiner mehr kennt – du bist klass. Ein Wort genügte und er stand da: Jupi. Es gab kein lautes hier, bleib oder Sitz. Wenn ich Jupi geh Platz sagte legte er sich in sein Körbchen und wenn ich zur Tür ging wartete er bis ich gegangen war oder es genügte ein Fingerschnippen und er kam angesaust und freute sich das er mit durfte. 

Wie haben wir ihm das gelernt? Ich weiß es nicht, er konnte es einfach. In kürzester Zeit war er ein Familienmitglied das bescheid wusste wie das Leben bei uns zu Hause läuft. Und es war ein langes unbeschwertes und glückliches Leben für meinen Jupi, eines das ich so manchem Hund heute wünschen würde. Deshalb seid authentisch zu und mit euren Hunden und vergesst nicht das stärkste und beste Erziehungsmittel auf der Welt: die Liebe zu eurem Hund.
In diesem Sinne, noch eine gute Zeit mit euren Hunden euch allen!

Walter SOFRONIE ** SONNTAG, 29. APRIL 2018

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