Erfrierungen, Eis und tiefe Temperaturen

Erfrierungen, Eis und tiefe Temperaturen

(C) Stuprich/ÖRD

Teile von Kontinenten gefrieren derzeit, die Temperaturen sind auf bis zu minus 40 Grad gefallen. Wer dabei längeren Aufenthalt außer Haus plant, sollte sich auch auf außergewöhnliche Ereignisse vorbereiten und zB bei Autofahrten zusätzlichen Wärmeschutz einpacken.

Wie ist die  Körperreaktion bei extremer Kälte?
Die wichtigsten Organe sind in unserer Körpermitte und im Kopf.

Wird es kalt, zieht der Körper deshalb die Gefäße in Armen und Beinen zusammen und drosselt die Durchblutung, damit weniger kaltes Blut in die Körpermitte fließt. Die Folgen sind spürbar: Finger, Zehen und Ohren kühlen zuerst aus, dort ist auch das Risiko am größten, dass sich Erfrierungen bilden. Die Muskeln zittern, um Wärme zu produzieren. Auch der Stoffwechsel ändert sich, also die chemischen Reaktionen im Muskeln, um Energie in Form von Wärme freizusetzen. Bei extremer Kälte reichen diese Prozesse jedoch nicht aus, die Körpertemperatur sackt ab.

Wie schnell wird sehr niedrige Außentemperatur zur Gefahr? 

Die Körpertemperatur kann relativ schnell gefährlich absinken. Noch früher kann es zu Erfrierungen der Haut kommen. Treffen Wind und Temperaturen von weniger als minus 27 Grad aufeinander, können Hautstellen schon innerhalb weniger Minuten gefrieren. Dass durch Wind tatsächliche und gefühlte Temperaturen oft auseinanderklaffen, lässt sich leicht erklären: Der Körper gibt kontinuierlich Wärme ab, die eine wenige Millimeter dicke und isolierende Luftschicht bildet. Trägt Luftbewegung diese warme Luft davon, fehlt ein wichtiger Schutzmechanismus. 

Welche Folgen hat eine Unterkühlung? 

Die normale Körpertemperatur liegt in der Regel bei etwa 37 Grad. Sinkt sie um ein halbes Grad, beginnen wir zu frieren. Ab 35 Grad Celsius handelt es sich um einen Notfall, ab 30 Grad wird es lebensbedrohlich. Unterschreitet die Körpertemperatur 26 Grad, gibt es keine Chance mehr, zu überleben. Meist versagen infolge der Kälte Herz und Kreislauf.  

Eine beginnende, ernsthafte Unterkühlung macht sich in der Regel durch Schüttelfrost bemerkbar, außerdem lässt die Konzentration nach. Die Betroffenen sprechen mitunter undeutlich, fühlen sich benommen, werden teilnahmslos und schläfrig. Auch das macht Unterkühlungen so gefährlich. Ohne Hilfe sind Menschen und auch Tiere nicht mehr dazu in der Lage, die Situation richtig einzuschätzen und Hilfe zu holen.  

Trifft man auf einen sichtlich unterkühlten Menschen oder ein Tier, sollte mittels Notruf 144 oder 112 Hilfe angefordert werden und den Betroffenen anschließend an einen windstillen Ort bringen (möglichst mit Zimmertemperatur).
Wichtig dabei: Den Betroffenen auf keinen Fall zu schnell aufwärmen, etwa durch Nähe zu einem Heizkörper, einem Feuer oder durch ein warmes Bad.

Die plötzliche Wärme kann dazu führen, dass der Körper die Blutgefäße in Armen und Beinen zu schnell wieder öffnet und das kalte Blut in die Körpermitte strömt. Dort kann es zu einer zusätzlichen Auskühlung kommen. Auch rubbeln und massieren sind aus diesem Grund kontraproduktiv. 

Was passiert bei Erfrierungen?

Die Anzeichen einer beginnenden Erfrierung kennen die meisten. Die Haut wird kalt und rot, es kribbelt, schließlich kann sie auch taub werden. Dringt die Kälte weiter ins Gewebe vor und gefriert die Haut, verfärbt sie sich erst gelblich weiß und schließlich weiß grau. Sie wird erst wächsern und schließlich hart. Gleichzeitig gehen alle Empfindungen für Kälte und Schmerzen verloren. 

Hat die Kälte bereits Gewebe zerstört, bilden sich nach dem Erwärmen innerhalb von 24 bis 48 Stunden große Blasen, erst danach verfärben sich die Hautstellen schwarz. Bei der Ersten Hilfe ist es auch bei Erfrierungen wichtig, weitere Kälte zu vermeiden und die Stellen vorsichtig aufzuwärmen, kalte Finger etwa in der Achselhöhle. 

Wie kann man sich vor extremer Kälte schützen? 

Eine wichtige Empfehlung: Keinen Alkohol trinken. Er verstärkt den Wärmeverlust, da er die Blutgefäße weitet. Außerdem sorgt er dafür, dass wir die Kälte weniger spüren. Alkoholfreie Getränke sind jedoch hilfreich, da ein dehydrierter Körper schneller auskühlt. 

Ebenfalls wichtig ist die richtige Kleidung, mehrere Lagen nicht zu enger Kleidung, damit sich zwischen den Schichten warme, isolierende Luftschichten sammeln können (Zwiebelprinzip). Fäustlinge sind besser als normale Handschuhe. Die Unterwäsche sollte Feuchtigkeit vom Körper wegleiten, da Schweiß auf der Haut ebenfalls abkühlt. 

Außerdem sollte man die ganze Zeit auf erste Anzeichen von Erfrierungen achten. Da die Stellen irgendwann taub werden, erkennen viele oft nicht wie ernst es um ihre Haut steht. Hinzu kommt, dass sich Erfrierungen auch unter der Kleidung bilden können, etwa wenn Handschuhe nicht genug wärmen.

Text auszugweise WELT de.

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ÖRD Pressestelle / Stuprich A. administrator

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